Tarifvertrag diakonie bayern 2019

Die Weichen für die massive Ausweitung des staatlich organisierten Wohlstands finden während des Ersten Weltkriegs statt. Die lange Kriegszeit, die neue Form der Kriegsführung mit ihren materiellen Schlachten und langen Stellungsschlachten führen zur Mobilisierung aller Kräfte. Jeder muss dazu einen Beitrag leisten, denn ohne den Einsatz aller Ressourcen kann die Last des Krieges nicht gemeistert werden. Um die Arbeitnehmer in diesen Prozess zu integrieren, muss die Regierung politische und soziale Zugeständnisse machen. Viele Behauptungen, die während der Kaiserzeit weitgehend ignoriert worden wären, werden nun auf Betreiben der Gewerkschaften umgesetzt, wie die Anerkennung von Tarifverträgen. Die Einrichtungen der Diakonie laufen Gefahr, die Konformität durch die “Nationalsozialistische Volkswohlfahrt ” zu erzwingen”. Der NSV wurde 1932 in Berlin gegründet. Ziel war es, hilfsbedürftige Parteimitglieder zu unterstützen. Nach seinem Amtsantritt 1933 gelingt es dem NSV-Leiter Erich Hilgenfeld innerhalb kürzester Zeit, den NSV zu einer bundesweiten Organisation auszubauen. Dieser Zeitraum umfasst auch die erzwungene Konformität der “Deutschen Liga der Unabhängigen Wohlfahrt”. Im Januar 1934 legt der NSV einen Entwurf für eine Vereinbarung zwischen den beiden Organisationen vor, die im März zur Gründung einer nationalen Gemeinschaft unter Leitung des NSV führen soll. Für 2019/2020 hat sich die bayerische Diakonie das Jahresthema #MEINE DIAKONIE gewählt.

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Seit Mitte der 20er Jahre wird die Arbeit aller Wohlfahrtsorganisationen, einschließlich der diakonischen Einrichtungen, immer mehr vom Staat finanziell unterstützt. Die diakonischen Institutionen in Bayern können auf diese Weise ihre Existenz konsolidieren und sichern, so dass während des NS-Regimes die größten Institutionen und auch die nationale Institution überleben konnten.

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